Datenbasierte Prozessanalyse als Schlüssel zur Optimierung von Flughafenterminals
Diese Aussage trifft auf viele Bereiche unseres Privatlebens zu – vom Laufen bis zum Schlafen –, doch für Unternehmen steht bei der Missachtung dieses Konzepts viel mehr auf dem Spiel. Zu den Bereichen, in denen am meisten auf dem Spiel steht, gehören Flughafenterminals.
Warum? Weil in Flughafenterminals schon kleinste Ineffizienzen – im Sekundentakt – später zu großen Problemen führen können. Deshalb benötigen Flughäfen genaue und präzise Echtzeit- sowie historische Daten über den Passagierstrom vom Ankunftsbereich zum Gate und vom Gate zum Ankunftsbereich.
Fragen Sie einen beliebigen Betriebsleiter in einem Terminal, das mit Kapazitätsengpässen zu kämpfen hat – und das sind, um ehrlich zu sein, die meisten –, und er wird Ihnen dasselbe sagen: Wir versuchen, Effizienzsteigerungen beim Durchsatz und bei den Abfertigungszeiten zu erzielen, gemessen in Sekunden pro Passagier.
Diese Gewinne mögen auf individueller Ebene winzig erscheinen, sind aber in der Summe beträchtlich. Und auf die Summe kommt es an – für die Zufriedenheit der Passagiere, den Terminalbetrieb und die Umsatzgenerierung.
Das Beispiel „Coming to America“
Die Warteschlangen bei der Einreisekontrolle sind mühsam. Man hat gerade einen oft langen Flug hinter sich, und das Letzte, womit man sich dann noch herumschlagen möchte, ist eine lärmende Menschenmenge in einer endlosen Schlange. In einer perfekten Welt gäbe es für jeden Passagier einen Einreisebeamten. Keine Wartezeiten! Aber das ist weder wirtschaftlich noch logistisch machbar. Tut mir leid.
Betrachten Sie das Bild unten, eine Darstellung dessen, was ein Passagier sehen könnte, wenn er an seinem (Flug-)Einfuhrhafen ankommt. Die aktuelle Wartezeit beträgt etwa 32 Minuten, die Warteschlange umfasst 107 Passagiere. Da nur vier Schalter geöffnet sind, ist der Durchsatz auf 200 Passagiere pro Stunde begrenzt – eine Kapazität, die unweigerlich zu immer längeren Warteschlangen und zunehmenden Verspätungen führt.
Wenn Flughafenbetreiber nun absehen können, dass sie ohne zusätzliche Abfertigungskapazitäten mit einer Vielzahl unzufriedener Reisender konfrontiert sein werden, können sie proaktiv beschließen, weitere Kontrollspuren zu öffnen. Durch die punktuelle Erhöhung der Abfertigungskapazitäten können sie Wartezeiten schnell verkürzen und den Ablauf stabilisieren.
An Flughäfen finden Flüge statt, die – selbst in einer perfekten Welt – nach einem präzisen Flugplan ankommen und abfliegen. In der Realität bringen Verspätungen und Flugausfälle die Planung durcheinander, und man kann davon ausgehen, dass sich viele Menschen durch die Warteschlangen drängen, um einen Flug oder einen Anschlussflug zu erreichen. Viel Glück dabei!
Selbst bei unvorhergesehenen Umständen haben Flughäfen über einen ausreichend langen Zeitraum hinweg einen bestimmten Rhythmus. Flughäfen, die diesen Rhythmus mithilfe präziser historischer Daten erfassen, können Trends vorhersehen und im Voraus planen. Indem sie rechtzeitig, noch bevor sich Menschenmengen bilden, ausreichend Personal einplanen, können Flughäfen von reaktivem Eingreifen zu proaktivem Management übergehen.
Vergleichen Sie die proaktive Situation unten mit der reaktiven Situation oben. Besser, oder?
Scannen Sie mich
Die Logik, die der Planung bei der Einreise zugrunde liegt, lässt sich gleichermaßen auf viele andere geschäftskritische und nicht wesentliche Kontaktpunkte anwenden. Dazu gehören auch Sicherheitskontrollen, bei denen die Messung der Durchsatzleistung pro Kontrollspur von entscheidender Bedeutung ist.
Flughäfen weltweit investieren bereits in neue Körperscanner oder Röntgengeräte, die einen höheren Passagierdurchsatz pro Stunde versprechen, oder erwägen solche Investitionen. Ich habe noch keinen Flughafen gesehen, der sich kopfüber in diese neue Technologie gestürzt hat – und seine gesamte Sicherheitsinfrastruktur ohne vorherige Tests umgerüstet hat. Denn nur mit einer klaren Ausgangsbasis lässt sich die tatsächliche Auswirkung der Modernisierung bewerten – und feststellen, ob die Investition eine sinnvolle Verbesserung bringt.
Wenn Sie Transparenz über die Bearbeitungszeiten und – was noch wichtiger ist – über den Durchsatz pro Spur und pro Scanner haben, können Sie strukturiert vorgehen. Sie könnten beispielsweise zunächst eine Doppelspur ersetzen und den tatsächlichen Leistungsgewinn messen, bevor Sie die Umstellung weiter ausweiten.
Alternativ könnten Sie feststellen, dass der größere Hebel bereits im Vorfeld liegt – durch die Optimierung des Warteschlangenmanagements und des Passagierstroms zur Sicherheitskontrolle, wodurch der Durchsatz gesteigert und Wartezeiten ohne größere Kapitalinvestitionen reduziert werden können.
Diese Bilder dienen natürlich nur zur Veranschaulichung. Die tatsächliche Leistung variiert je nach Flughafen erheblich.
Durch das Testen verschiedener Warteschlangendesigns können Flughäfen objektiv messen, welche Anordnung in ihrem Terminal die beste Leistung erbringt.
Beispielsweise könnten Flughäfen feststellen, dass die Ersetzung von drei getrennten Warteschlangen durch eine einzige zentrale Warteschlange – bei der die Passagiere in der letzten Phase der Warteschlange der nächstverfügbaren Spur zugewiesen werden – den Durchsatz erhöht und die Wartezeiten verkürzt.
In anderen Fällen könnte sich die umgekehrte Konfiguration als effektiver erweisen.
Entscheidend ist, die Entscheidung auf gemessene Leistungsdaten statt auf Annahmen zu stützen.
Ein Flughafen kann dann ein neues Röntgengerät testen, das mit einem automatischen Tablett-Rückgabesystem ausgestattet ist, sodass die Passagiere ihre Tabletts am Ende des Vorgangs nahtlos zurückerhalten. Nach der Einführung stellen sie eine messbare Steigerung des Durchsatzes fest – was die betrieblichen Auswirkungen der Modernisierung bestätigt.
Auf der Grundlage dieser Messungen beschließt der Flughafen, alle Sicherheitskontrollspuren mit den neuen Röntgengeräten auszustatten, um die nachgewiesene Leistungssteigerung auf die gesamte Sicherheitskontrolle auszuweiten.
An einem großen europäischen Flughafen ermittelt eine eigenentwickelte Lösung zur Passagierweiterleitung – gestützt auf Echtzeitdaten aus dem Passagierstrommanagementsystem von Xovis –, welche Warteschlangen am wenigsten ausgelastet sind und welche Freigabestellen verfügbar sind. Dynamische, intelligente Systeme wie dieses optimieren nicht nur die Passagierverteilung und verbessern die Effizienz der Sicherheitskontrollen, sondern senken auch die Betriebskosten erheblich.
Mehr als nur Messen
Es wurde schon oft gesagt (auch zu Beginn dieses Artikels): Wer sich verbessern will, muss messen. Genaue Messungen im Flughafenumfeld sind für viele Dinge entscheidend, unter anderem für die Planung künftiger Erweiterungen. In vielen Fällen können genaue Messungen den Terminalbetreibern helfen, kostspielige Erweiterungen zu vermeiden, indem sie ihnen aufzeigen, wo Verbesserungen möglich sind.
Und sie können noch viel mehr leisten. Wie Terminalbetreiber wissen, sind effiziente Prozesse die Grundlage für ein besseres Passagiererlebnis. Mit dem richtigen System und den richtigen Daten können diese Messungen zu leistungsstarken Werkzeugen werden, mit denen Sie Ihre Prozesse für maximale Effizienz optimieren können.
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