Retourensaison, lange Schlangen und Omnichannel-Einzelhändler
Rücksendungen von Geschenken gehören zur Weihnachtszeit wie Familienfeiern, übermäßiges Essen und Eierlikör. Für den Einzelhandel werden sie zu einem Alptraum in Sachen Rücklauflogistik und Lagerhaltung. In diesem Jahr besteht die Gefahr, dass die Rücksendungen den stationären Einzelhandel überschwemmen, der bereits mit Personalengpässen auf dem angespannten Arbeitsmarkt zu kämpfen hat.
Der Preis der Bequemlichkeit
Online-Einzelhändler wissen, dass eine liberale Rückgabepolitik ein Muss ist, um mit der Bequemlichkeit von Ladengeschäften konkurrieren zu können. E-Commerce-Giganten wie Amazon wenden hohe Kosten für die Rückgabepolitik auf, um alle Schwierigkeiten zu beseitigen, die das Gleichgewicht zugunsten der Online- und physischen Wettbewerber kippen könnten. Ähnliche Maßnahmen kleinerer Online- und hybrider Einzelhändler können schwer zu schulternde Kosten verursachen.
Die Kosten für die Aufrechterhaltung dieser Maßnahmen sind im Jahr 2022 gestiegen, wobei die Inflation und die Energiepreise an fast allen Punkten der Wertschöpfungskette zusätzlichen Druck ausüben. Wie stark die Rücksendungen die Einnahmen aus der prognostizierten Rekord-Weihnachtssaison schmälern werden, wird sich erst im nächsten Quartal zeigen. Analysten gehen jedoch davon aus, dass die bevorstehende Retourensaison genauso kostspielig, wenn nicht sogar noch kostspieliger sein wird als in den letzten Jahren.
Profitieren von BORIS
Die Retourensaison beginnt in der Regel unmittelbar nach den Weihnachtsfeiertagen und erreicht ihren Höhepunkt in der ersten Januarwoche. Das Retourenaufkommen ist überwältigend, und die Einzelhandelsbranche muss sich damit auseinandersetzen, wie sie die erstaunliche Menge an zurückgegebenen Produkten verarbeiten kann. Eine große Herausforderung für physische Einzelhändler ist die Verwaltung der Ressourcen in den Geschäften, um sicherzustellen, dass Rückgaben nicht zu einem negativen Einkaufserlebnis werden.
Omnichannel-Einzelhändler suchen aktiv nach Möglichkeiten, die Beziehung zwischen Laden- und Online-Aktivitäten besser zu verstehen - ein Nexus, der dabei helfen kann, Key Performance Indicators (KPIs) neu zu definieren, um das hybride Einkaufserlebnis genauer zu reflektieren. Buy Online, Return In-Store (BORIS) ist ein Teil dieses Puzzles und kann, wenn es richtig gehandhabt wird, in eine aufschlussreiche Verkaufschance verwandelt werden.
Vorbereitung auf Retouren
Die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt hat den Druck auf die Einzelhändler erhöht, den Personaleinsatz zu verbessern. Um sicherzustellen, dass die richtigen Mitarbeiter zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, benötigen Einzelhändler genaue Echtzeitdaten, um zu wissen, was in der Filiale passiert.
In-Store-Analytics-Lösungen können Einzelhändler dabei unterstützen, die Personalplanung und -positionierung anhand von Echtzeit- und historischen Daten zu optimieren. Die Anforderungen der verschiedenen Prozesse in den Filialen ändern sich im Minutentakt. Die Fähigkeit, schnell auf diese Veränderungen zu reagieren, ist entscheidend, um einen Besuch in eine Gelegenheit zur Umsatzgenerierung zu verwandeln.
Einzelhändler, die sich auf den Einsatz von In-Store-Analysen zur Leistungsverbesserung konzentrieren, können die Reibungspunkte beseitigen, die üblicherweise mit negativen Rückgaben verbunden sind, und in vielen Fällen vermeintliche Rückgaben in wertsteigernde Tauschaktionen umwandeln. Sie können Erkenntnisse aus objektiven Daten nutzen, um übermäßige Warteschlangen zu vermeiden und schnelle Testschleifen zur Verbesserung des Ladenlayouts durchzuführen.
Mit der richtigen Analyselösung lassen sich Retouren zwar nicht ausschließen, aber sie kann verhindern, dass sie zu einer größeren Umsatzeinbuße führen.
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